Im Garten Eden

Oh wie schade. Heute ist erster April und ich hatte mir schon so einen schönen Aprilscherz für Euch überlegt und jetzt haben wir hier kein Internet und ich kann den Beitrag nicht posten... und morgen, wenn ich irgendwo Internet habe, kann ich Euch schlecht noch in den April schicken, wie schade....
Naja, dann eben auf unserer nächsten Reise und in unserem nächsten Blog, da soll es dann für 4 Monate in die Mongolei gehen. Sandi hatte in Hanoi drei Mongolen kennengelernt, die uns zu sich nach Hause eingeladen haben. Und Mongolei kling wirklich sehr verlockend. Wir hatten ja aus Spaß mal bei der Deutschen Bahn nachgeschaut, mit wie vielen Umstiegen man nach Ulan Bator kommt und festgestellt, dass man München – Ulan Bator mit sagenhafterweise einem (1!!!) Umstieg in Moskau fahren kann. Vielleicht lerne bis dahin sogar ich reiten, denn ohne schon mal auf einem Pferd gesessen zu sein, braucht man in der Mongolei bestimmt gar nicht auftauchen.
Kommt jemand mit?

Aber erstmal sind wir noch in Laos.
Gestern haben wir Vientiane verlassen. Mit zwei sehr ausgeschlafenen und daher sehr ausgeglichenen Kindern. Bei Sonnenschein und angenehmen mittzwanziger Temperaturen. Vielleicht müsste ich mein doch sehr mäßiges Urteil über Vientiane doch noch revidieren, wenn ich die Stadt nochmal bei besserem Wetter sehen würde. Aber wir kommen ja sehr wahrscheinlich nach unserem Exkurs in den Norden nochmal zurück. Gestern wirkte alles auch gleich viel freundlicher. Nach dem Packen sind wir nochmal zu unserem koreanischen Lieblingsrestaurant mit Garten gegangen, danach mit dem Tuktuk und unserem Gepäck zur thailändischen Botschaft gedüst, haben die Pässe mit unseren tollen 60 day double entry Visa abgeholt, uns gefreut, dass wir dafür nichts bezahlt haben, denn ab heute muss dafür tatsächlich wieder gezahlt werden, und sind dann mit dem Tuktuk weiter zum Nördlichen Busbahnhof, einem nigelnagelneuen Terminal aus dunklem Holz, bei dem man nicht das Gefühl hat, vor einem Busbahnhof abgesetzt zu werden, sondern eher vor einer schicken Lodge im Kolonialstil. Dahinter allerdings keine üppig-grüne Gartenanlage mit Pool sondern tatsächlich ein staubiger Busbahnhof mit zahlreichen Bussen und Verkaufsständen. Einer davon hat gigantische aus Holz geschnitzte Elefanten verkauft und auch wenn die Elefanten sehr hübsch waren stellte sich uns die Frage, wer mal schnell im Vorbeigehen und auf dem Weg zu einer 8-stündigen Busfahrt einen meterhohen Holzelefanten unter den Arm klemmt. Aber das wird wohl hin und wieder passieren und erinnert mich an Verena, unsere ca. 1,20 Meter hohe Holzgiraffe, die Sandi und ich durch Sambia, Malawi und Tansania gezerrt haben und die jetzt in unserem Schlafzimmer wohnt. Wobei Giraffen als Reisebegleitung eine etwas vorteilhaftere Figur haben als Elefanten.
Die Fahrt nach Norden war ganz wunderbar, musikalisch untermalt von laut dröhnendem Lao-Pop (der sich für mich immer anhört wie eine gut gelaunte, aber trotzdem etwas nervige Mischung aus karibischen, afrikanischen und chinesischen Klängen) und die einzig notwendige Reparatur dauerte nur knappe zehn Minuten und war ein willkommener Pieselstop für Philipp. Es ging durch kleine Dörfer und über spektakuläre Bergstraßen, durch üppigst grüne Reisfelder und über tief dunkle Flüsse, an grün, grün, grün bewachsenen Felswänden vorbei und durch staubig braune Felder. Interessant ist, dass es direkt neben halbmeterhoch stehenden Reisfeldern welche gibt, die ganz trocken da liegen und auf Wasser und das Anpflanzen warten. Ein System dahinter, welches Feld wann bewirtschaftet wird, konnte ich noch nicht erkennen.
Die Dörfer mit all den Kindern, ihren bunten Läden, den Pfahlbauten, Holzhäuschen, den kleinen, ordentlich mit Zäunen eingefassten Gärten, den Hühnern, Kühen, Hunden, Katzen und Enten, dem blühenden Lotus in den kleinen Bächen, fein säuberlich bestellten Gemüsebeeten und Essenständen mit in Bananenblättern verpackten Leckereien sind so nett anzusehen und eine dreieinhalbstündige Busfahrt vergeht wie im Flug, wenn man aus dem Fenster sieht und sich an all den Farben und all dem Leben erfreut.
So kamen wir als am späten Nachmittag in einem wunderbaren Licht in Vang Vieng (oder Vieng Vang, wie Sandi es auch gerne nennt und mich mittlerweile so verunsichert hat, dass ich auch nicht mehr weiß, wie es richtig heißt) an, wurden von einem freundlichen Herrn in seinem Auto zur Brücke über den Fluss gefahren, von wo wir bis zu unserem Guesthouse gegangen sind. Hier dann noch essen gehen und die Kinder ins Bett stecken, es war schon spät geworden.

Heute sind wir dann aufgewacht in unserem kleinen Paradies. Wenn es irgendwo ist, das Paradies, oder leider besser gesagt, wenn es mal wo war, dann hier in Vang Vieng. Wir wohnen hier in einer kleinen, dicht und üppigst bepflanzten Gartenanlage an einem kleinen Bach mit Blick auf die spektakulären Karstberge, die Vang Vieng unter anderem zu so einem attraktiven Ort machen. Hier in unserem Garten blüht es überall, die Obstbäume tragen alle nur erdenklichen tropischen Früchte, in der Früh haben die Vögel nur so gezwitschert und die schönsten Schmetterlinge in den schillerndsten Farben sind umher geflattert. Dazu ein nettes Restaurant mit leckerem Essen, was will man mehr?
Wir hatten im Reiseführer zu Vang Vieng ja einige Dinge gelesen, die uns haben zweifeln lassen, ob wir überhaupt herkommen sollen. Wir sind nun sehr froh, dass wir da sind, denn auch wenn hier der im Reiseführer so genannte Massentourismus herrscht, so ist Massentourismus in Laos schon etwas anderes als das was der gemeine Mitteleuropäer aus Mallorca kennt und immer noch recht gemächlich. Zwar hat fast jedes Geschäft in der Stadt in irgendeiner Weise mit dem Tourismus zu tun, irgendwie ist es aber alles so beschaulich und süß improvisiert, dass wir es als kaum aufdringlich empfinden. Mag aber auch daran liegen, dass wir in der totalen Nebensaison hier sind und uns keiner auf irgendwelche Tourangebote anspricht, sondern immer nur auf unsere Kinder. Wir wohnen ohnehin etwas außerhalb und hier kann man eher von ländlich-ruhig sprechen als von Massentourismus. Eine kleine, staubige und holperige Straße mit kleinen Ständen, Kuhfladen und allerlei Getier führt an unserer Unterkunft vorbei und nachts kräht ohne Unterlass ein geisteskranker Hahn. Heute früh, als wir losgegangen sind, hat uns als erstes ein Pickup überholt, auf dessen Ladefläche zwei dicke, fette, borstige Schweine saßen und genüsslich kauend ihre Schnauzen in den Wind gehalten haben. Als es hier jedoch noch nicht all den Tourismus gegeben hat, da muss es hier wirklich das Paradies gewesen sein, das beschauliche, kleine Städtchen am Fluss inmitten spektakulärer Berge und tropisch-üppiger Vegetation in Kombination mit den ruhigen, freundlichen und entspannten Menschen.

Nachdem wir Raphael schon in Vientiane versprochen hatten, dass er hier zum Baden gehen darf, sind wir aufgebrochen zu einer kleinen Badestelle bei einer der hier sehr zahlreichen Höhlen. Es war zwar ein ziemlich staubiger und ziemlich heißer Weg, dort aber war es wie in einer Oase. Die Badestelle und die Höhle liegen auf dem Privatgrund einer Hotelanlage, so dass man für das Queren des Privatgrundes und der Brücke einen kleinen Wegzoll bezahlen muss. Dafür befindet man sich dann in einer wunderbar grünen, sehr gepflegten, weitläufigen Anlage, an deren Ende sich die heiß ersehnte Badestelle befindet. Was für eine wunderbare Erfrischung! Das kristallklare Wasser fließt in einem schmalen, türkisblauen Strom aus einer langgezogenen Höhle heraus, in die man auch ein gutes Stück hineinschwimmen kann. Vor der Höhle weitet sich der Strom zu einem geschützten Felsenbecken, welches man über eine kleine Leiter erreicht. Und das Wasser ist herrlich! Raphael war am meisten begeistert und war auch zitternd und mit bibbernden Lippen kaum heraus zu bekommen. Zunächst haben wir uns das Becken mit einer großen Reisegruppe geteilt, später waren wir dann ganz allein, bevor zum Schluss eine Gruppe kleiner Mädchen kam. Da man in Laos ja auch nicht im Bikini oder Badeanzug baden geht, sondern vollständig bekleidet, sind all diese sechs- bis zehnjährigen Mädchen in ihren Kleidchen und Röckchen ins Wasser gesprungen. Und während unser Philipp sich an uns geklammert hat und keinen Zentimeter ohne uns schwimmen konnte (wohlgemerkt mit Schwimmflügeln), sind die Mädchen mit lautem Juchzen und Lachen von den Felsen ins Wasser gesprungen. Was für ein wunderschönes Bild, all diese lachenden kleinen Gesichter. Ich hätte ihnen stundenlang zuschauen können, denn die Freude und gute Laune hat einen richtig angesteckt.
Aber wir wollten ja auch noch die Höhle besuchen, deren Eingang sich etwa fünfzig Meter über der Badestelle befindet. Auch hier hatten wir wie bei den meisten bis jetzt besichtigten Höhlen keine besonders hohen Erwartungen. Es entpuppte sich dann aber als durchaus sehenswert, ganz besonders dadurch, dass man plötzlich aus der Höhle auf einen Balkon mitten in der Felswand getreten ist und einen ganz wunderbaren Blick über die Ebene von Vang Vieng und den Fluss hatte.
Und dann hieß es zurück marschieren in den Ort zum frühen Abendessen, denn wir hatten ja außer ein paar Bananen kein Mittagessen gehabt. Dankenswerterweise hat uns auch hier wieder jemand ein gutes Stück mitgenommen, denn sonst wäre zumindest Raphael auf dem Rückweg ganz sicher eingegangen. Nach einem sehr üppigen Abendessen direkt über dem Fluss, dem zweiten Top-Joker Vang Viengs, ging es dann im Dunkeln über die „Abenteuerbrücke“, einen schmalen, wackelnden Bambussteg, den es nur zur Trockenzeit gibt und dessen Überquerung für die Jungs ein wahres Abenteuer war.

Morgen wollen wir ein weiteres Höhlen- und Badeabenteuer wagen. Dazu müssen wir nur noch ein Fahrrad organisieren, auf dem wir auch irgendwie Raphael transportieren können. Hier gibt es ja so tolle Fahrräder mit Sitz auf dem Gepäckträger und bequemen Fußrasten für den Mitfahrer, Raphael ist dafür aber leider noch zu klein, also müssen wir für ihn irgendwas anderes auftreiben und uns schon mal gut überlegen, wie wir ihm verklickern, dass er nicht auf dem Gepäckträger Fahrrad fahren darf....

Kommentare

  1. THX meine Wünsche wurden erhört.

    „Ein Strom kommt aus Eden, den Garten zu bewässern und von dort aus teilt er sich zu vier Hauptströmen." Noch wurde der „Der Garten der Lüste“ (wie er auch genannt wird) nicht genau lokalisiert, somit hat jeder noch die Möglichkeit Ihn zu finden. mich erinnert das immer an die Vorlesungen vom Herrn Zilling. Der garten Eden ist auch das Paradis einem Paradies voller Wonne, mit Früchten und kühlen Bächen, Paradiesjungfrauen, mit Kissen und weichen Teppichen usw.

    Passt blos auf "die Vertreibung aus dem Garten Eden" auf.

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  2. an Google:
    Warum kann ich meinen Kommentar nicht bearbeiten????
    Könnt Ihr das mal bitte jetzt gleich programmieren!! Kann doch nicht so schwer sein!!!!

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