Inseln, Boote, Meer und Regen
Unser Ausflug in die Halong Bay. Hm, ist irgendwie gar nicht leicht zu beschreiben. Einerseits war
es natürlich sehr schön, andererseits nicht ganz so wie erwartet, was aber hauptsächlich am Wetter
lag.
Ein bisschen chaotisch war es auch, da wir eigentlich eine Fahrt auf der Halong Bay gebucht hatten
mit einer Übernachtung auf dem Boot und zwei anschließenden Nächten in einem Bungalow auf
Monkey Island, einer der Halongbay-Inseln. Anscheinend war aber bei unserer Buchung nicht
weitergegeben worden, dass wir mit zwei Kindern anrücken werden, so dass wohl in unserem
eigentlich Boot nicht genug Platz war. So ganz haben wir nie rausgefunden, was das Problem war.
Für uns sollte das aber klein Problem sein, denn die Gruppe, in der wir dann gelandet sind schien
ohnehin etwas passender für uns zu sein und das Boot war wie wir am Ende herausgefunden haben
definitiv das bessere Los. Wir wurden dann im verlaufe der Tour jedoch von Gruppe zu Gruppe
geschoben und haben jeden Abschnitt der Tour mit anderen Leuten gemacht aber was soll's.
Bei der Ankunft in Halong City wurden wir also recht spontan aus dem Bus geworfen, einem
anderen Guide vor die Füße, wobei so richtig geworfen wurden wir nicht, nur die Kinder die aus
dem Bus gehoben wurden und Sandi. Ich wurde von einem mehr oder weniger wichtig
aussehenden, uniformierten Menschen, dessen Funktion sich uns auch nicht im Nachhinein nicht
vollständig erschlossen hat, zurückgehalten auszusteigen, weil man an der Stelle wohl nicht
aussteigen durfte. Hätte er mich schnell rausspringen lassen, hätte der Bus schwuppdiwupp
weiterfahren können, so musste dieser Mensch sich erstmal mein Geschimpfe und Geschreie
anhören, weil er mich schlicht nicht zu den Kindern aussteigen lassen wollte, die auf der Straße
standen. Sandi dachte, ich wäre ausgestiegen und hat sich ums Gepäck gekümmert und im ersten
Moment nicht mitbekommen hat, dass die Kinder allein waren. Der Bus fing also an sich zu
bewegen, die Kinder auf der Straße, ich im Bus. Nachdem meine zunächst erst halb hysterischen
Erläuterungen, dass ich nicht weiterfahren und meine Kinder auf der Straße stehen lassen werde,
offensichtlich nicht verstanden oder schlicht ignoriert wurden, musste ich zu härteren Bandage
greifen, die Lautstärke etwas erhöhen und meine Ellenbogen ausfahren. Es war in der Tat ein ganz
schöner Kampf mit diesem Vollidioten, der dann noch mit allen mir auf Deutsch und Englisch
bekannten Schimpfwörtern belegt wurde, aus diesem Bus zu kommen. Komisch, dass sich eine
Mutter aufregt, wenn ihre Kinder in einer fremden Stadt in einem fremden Land auf der Straße
stehen und sie nicht aus dem Bus gelassen wird.....
Herzlich Willkommen also in der Halong Bay, Welterbe der Unesco und Haupttouristenattraktion
Vietnams. Wir wurden hektisch auf ein kleines Boot geschleust, welches uns wiederum auf unser
großes Boot mit dem wunderschön vietnamesischen Namen Poseidon gebracht hat, alle immer noch
sprachlos, ich wegen dieses Schreckens, unsere Mitreisenden ob dieses Bus-Auftritts von mir. Ich
denke, in dem Moment hatten sie alle Angst vor mir und wollten lieber nichts falsches sagen.
Unser Boot war dann allerdings sehr schön, man hört ja über diese Halong-Bay-Dschunken
teilweise recht wilde Sachen, so dass wir uns glaube ich nicht beklagen können. Schönes dunkles
Holz, 8 Kabinen, ein tolles Sonnendeck (auf dem man wenn die Sonne nicht scheint dennoch einen
tollen Blick hat), gutes Essen und alles in allem eine erstaunlich kindersichere Angelegenheit.
Mensch, waren die Jungs aufgeregt, auf einem Boot schlafen zu dürfen. Die beiden wurden aber
trotz Kindersicherheit als erstes mit ihren Schwimmflügeln versehen und dann ging es los mit
unserer Halong-Bay-Schipperei, wobei wir auch hier wieder wettertechnisch nicht das ganz große
Los gezogen hatten. Aber immerhin hat es am ersten Tag nicht geregnet und teilweise sogar die
Sonne geschienen. Ansonsten war es trüb, grau in grau, ein Wetter das Nordvietnam fest im Griff zu
haben scheint. Wer schonmal in der Halong Bay war, weiß ja was da so geboten wird uns was da
vor allen Dingen los ist. Da ist sind der Markusplatz oder der Eiffelturm ja regelrechte Geheimtipps
dagegen. Und wenn ich mir vorstelle, dass all die Boote, die im Hafen lagen gleichzeitig unterwegs
sind... nein, eigentlich kann man sich das nicht vorstellen. Als erstes steht der Besuch einer
zugegebenermaßen doch recht imposanten Tropfsteinhöhle auf dem Programm. Diese Höhle wird
von allen Booten angefahren und dementsprechend voll ist es dort und dementsprechend voll ist
auch die Bucht vor der Höhle, wo alle Leute wieder in die kleinen Beiboote verfrachtet und zum
Höhleneingang gefahren werden. Nachmittags wurde dann noch ein bisschen zwischen den Inseln
geschippert, bevor wieder alle Boote in der selben Bucht über Nacht ankerten. Die Fahrt durch all
die großen und kleinen und ganz kleinen Inseln war toll, auch wenn es das wahrscheinlich bei
entsprechendem Wetter und entsprechender Beleuchtung noch viel toller ginge. Aber wir wollen
nicht undankbar sein, wie gesagt, immerhin hat es nicht geregnet. Und zu Zeiten, in denen das
Wetter ein bisschen weniger trüb ist, sind dann wohl auch sicher all diese Schiffe unterwegs, die
jetzt dankenswerterweise im Hafen geblieben sind. Philipp war immer auf der Suche nach einer
Insel mit zwei Bergen und dem Eisenbahnverkehr, mit vier Tunnels und Geleisen für den
Eisenbahnverkehr. Inseln mit zwei Bergen haben wir viele gesehen, Tunnels und Geleise leider
weniger. Das lag aber sicher an der mäßigen Fernsicht, so dass wir davon ausgehen können,
irgendwo in der Ferne Lummerland gesehen zu haben. Wäre ja auch ganz versöhnlich zu wissen,
dass Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer nicht allzu lang übers Meer fahren mussten, um
nach China zu kommen. Da waren wir uns einig.
Nach der Übernachtung auf dem Boot im härtesten Bett, in dem je ein Mensch geschlafen hat (und
es sah so gemütlich aus!) und das wir uns mit den Seestern-Kindern teilen mussten (besser teilen als
zahlen), waren wir topfit für Cat Ba und Monkey Island. Cat Ba war für uns bei Nebel und
Nieselregen nur ein notwendiger Stop auf dem Weg nach Monkey Island. Eigentlich hätte man auf
Cat Ba wandern oder Fahrrad fahren sollen, beides Optionen, die mit den Kindern ausgefallen sind,
angesichts des Wetters waren wir sogar froh, eine Ausreden zu haben, nicht über rutschige und
schlammige Wege irgendwelche Berge hochkraxeln zu müssen, um oben in den Nebel zu starren.
Denn auch bei Regen und Nebel wird so ein Programm nicht geändert. Was muss, das muss. Wir
haben Kekse gegessen und Cola getrunken und wie soll es anders sein, mit den Müttern von Cat Ba
Island gegenseitig die Kinder bestaunt und beteuert, wie entzückend doch die Kinder des
Gegenübers sind. Allerdings war dort ein Mädchen das wirklich unglaublich süß und bezaubernd
war... und frech. Vier Jahre alt und einen halben Kopf kleiner als unser Godzilla-Raphaeli, bei dem
uns hier wirklich niemand glaubt, dass er erst 2,5 Jahre alt ist.
Und dann kam das für Raphael vermeintliche Highlight, mit dem wir ihn auf diese Tour geködert
hatten: Monkey Island und ein Strand. Wir hatten einen Bungalow am Strand gemietet und extra
eine Zusatznacht gebucht, um den Kindern eine Strandfreude zu machen. Und was war? Regen,
Wind und eine Saukälte! Auch hat uns unser kleiner Dodo leid getan. Er hat aber das beste draus
gemacht und ist mit seiner Regenjacke, seinen ja so wunderbar allwettertauglichen Crocs, zwei
Plastikschüsseln aus dem Takeaway und unseren Metalllöffeln (hatte ich schon erwähnt, wie
vielfältig einsetzbar die sind???) losgezogen und hat zwei Stunden lang Sandpfannkuchen
gebacken. Hmmm, waren die lecker. So haben wir also zwei Tage auf Monkey Island verbracht,
Philipp hat sein neues Hobby entdeckt: Billard, Raphael hat gebuddelt, ich habe gefroren und Sandi
war hochaktiv mit Fußball und Volleyball und kajaken. Schön ruhig und entspannt war es trotzdem
auf Monkey Island, zu tun gab es dort nämlich außer den oben beschriebenen Tätigkeiten recht
wenig. Na essen vielleicht noch und schlafen, das haben wir auch reichlich getan. Philipp haben auf
einer kleinen Kajaktour auch die kleinen Namensgeber von Monkey Island auf einem Strand
gefunden: kleine Äffchen. Die sollen aber recht frech und aggressiv sein, so dass sie sich mal lieber
schon fern gehalten haben. In solchen Momenten ist es gut zu wissen, dass man eine
Tollwutimpfung hat. Ein anderer Gast war am selben Tag von einem der Affen gebissen worden. Ich
glaube, ich hätte da nicht so ruhig bleiben können, zumal man ja im Falle einer Verletzung durch
ein tollwutkrankes Tier sehr schnell handeln und sich eine Spritze verpassen lassen muss.
Am vierten Tag ging dann die Odyssee zurück, mit dem kleinen Boot nach Cat Ba, mit dem Bus
über die Insel zum anderen Hafen, dort mit der kleinen Barkasse zum großen Boot, damit zurück
ans Festland, mit dem Bus weiter nach Hanoi und in Hanoi haben wir nur kurz was gegessen,
unseren im Hotel abgestellten Rucksack abgeholt und sind weitergesaust zum Bahnhof und unserem
Zug in den Süden...... raus aus dem Nebel und Niesel und Dunst...
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